Blick in Richung Norden in den Schwarzwald. In der Ferne der Hochblauen.
--09 / 01 / 2026
Spüre ich beim Betrachten des Fotos die überaus klare Luft? Sehe ich, dass der Hochblauen in der Ferne so viel näher scheint als sonst üblich?
Diese Woche bin ich viel gegangen. Intensiv. Dabei habe ich meinen Spaziergängen Wendungen hinzugefügt. Noch immer gehe ich, ohne mich von Musik oder Podcasts berieseln zu lassen.
Es gibt diese Gänge, bei denen ich mich durch die Umgebung bewege, ohne sie zu beachten. Das Gehen ist mechanisch.
Dann aber gibt es die Spaziergänge, bei denen ich mich dem Beobachten zuwende. Manchmal absichtlich, manchmal passiert’s.
Details, die mir auffallen, merke ich mir während des Gehens bewusst. Unterwegs schreibe ich nichts auf. Zurückgekehrt gehe ich den Spaziergang in Gedanken nach: An welche gemerkten Dinge kann ich mich noch erinnern? Was bleibt haften?
Oder ich schaue bewusst, ohne etwas "zu markieren". Auch hier gehe ich den Spaziergang nachträglich in Gedanken nach: An was kann ich mich ohne "gesetzte Marker" erinnern?
Das Erinnerte von beiden Varianten notiere ich mir.
Blättere ich einige Zeit später in diesen Notizen, merke ich, dass ich nicht nur die Szene wieder vor mir sehe, sondern auch, was ich dabei empfunden habe. Das Gefühlte speichert sich mit ab, nicht nur das Gesehene.
Bei Fotos mache ich es ähnlich. Sehe ich ein Motiv, würde ich üblicherweise den Auslöser drücken. Jetzt übe ich mich darin, es nicht zu tun. Stattdessen speichere ich mir das Motiv im Gedächtnis ab. Danach beschreibe ich es in aller Ausführlichkeit in Worten. Ich stelle fest, dass diese Fotos Gesehenes und Gefühltes ebenfalls koppeln.
Beim Hochblauen drücke ich doch ab.